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Elektronik-Projekte:

Login-Aufforderung des Simulators

Nein, ich bin nicht auf die Tastatur gefallen. Ich spiele zur Zeit mit alten Versionen von Unix. Mit sehr alten Versionen…

Disclaimer: Diesen Artikel habe ich nicht mit KI geschrieben, genau wie jeder andere in diesem Blog ist er von Hand formuliert. Holprig wie immer. Nur der Codeschnipsel am Ende ist synthetisch. Ich nutze hier aber tatsächlich Ausgaben von KI-Systemen. Erst um mich darüber lustig zu machen, am Ende hat eine KI aber offenbar doch meine Frage richtig und zufriedenstellend beantwortet. Soweit ich das beurteilen kann. Urteilt selbst.

Vor mehr als zehn Jahren war ich vom PiDP-8/I fasziniert, einem Gehäuse in dem sich ein Raspberry wie eine PDP-8 bedienen lässt, also wie ein Computer aus den 1960er Jahren. Zur Zeit denke ich ernsthaft über eine PiDP-11 nach, weil ich mit der PDP-11 tatsächlich deutlich mehr verbinde — unter anderem weil das die Wiege von Unix gewesen ist. Die Software für das Ding kann man freundlicherweise auch ohne die Hardware ausprobieren, und genau das mache ich mit wachsender Begeisterung.

Wir befinden uns also in einem 1st Edition Unix, auf der Rekonstruktion eines Systems von 1972.

Vor knapp 25 Jahren war ich eine Weile beruflich irgendwo in München, in einem Projekt mit mehreren Kollegen die deutlich mehr Unix-Erfahrung hatten als ich. Einer der Kollegen hat erzählt dass er in seiner Anfangszeit Wissen aufgebaut hat indem er sich die Dateien in /bin und /usr/bin angesehen, und dann jeweils die Man-Pages studiert hat. Gute Idee für einen ersten Überblick.

Mein Oldtimer hat keine Man-Pages. Die gab es zwar schon 1971, aber hier sind keine installiert.

Alle Binaries die mit c anfangen

Die meisten Kommandos konnte ich auch so identifizieren. Am Rande: achtet mal auf die Größen der Dateien. Auf meinem Linux umfasst /bin/cat etwa 50kB, /bin/chmod etwa 70kB. :-)

Die 76 Bytes von /bin/chball entzogen sich aber meiner Kenntnis.

In der Maschine gibt es keine Doku. Ich habe mir diverse Handbücher aus den 1970ern angesehen. Die sind wirklich gut, aber das Kommando wurde da nicht beschrieben. Im Git-Repo gibt es eine Datei in der viele Binaries kommentiert werden, aber auch da steht zu „chball“ nur „no idea“. Auch ansonsten haben meine Web-Recherchen nicht wirklich zu Ergebnissen geführt. Bis mir DuckDuckGo irgendwelche KI-Ergebnisse gegeben hat. Verzweiflungstat, vermutlich. Ebenso verzweifelt habe ich dann versucht aus diesem Ding Infos rauszupopeln.

„Changing or managing ballistics“?!?

Ich habe Ergebnisse bekommen. Und was für welche.

Die erste Idee war, dass /bin/chball gebraucht wurde wenn der Kugelkopf im Terminal getauscht wurde. Auf dem bekannten Foto von Dennis Ritchie und Ken Thompson an einer PDP-11 sind auch zwei Teletype 33 zu sehen, und die hatten Kugelköpfe. Aber der Tausch ist eher ein mechanischer Vorgang, wozu braucht man so ein Kommando? Die KI hat mir auch Beispielaufrufe gezeigt, die haben aber nur zu einer Fehlermeldung geführt. Und zu der Zeit war ein einfaches, vorwurfsvoll-nachdrückliches „?“ offenbar eine hinreichende Fehlermeldung.

Einen Tag später habe ich nochmal mein Glück versucht. Diesmal gab es eine genauso plausible, wenn auch komplett andere Erklärung. Das Kommando stünde für „change block allocation“. Das alte Dateisystem verfügt noch nicht über Inodes, deshalb muss man mit dem Kommando Platz im Dateisystem allozieren wenn die Datei größer wird.

KI-Halluzination — plausibel klingender Blödsinn

Nanu? OK, neues Browserfenster, noch ein Versuch. Diesmal konnte man mit dem Kommando das ball-Bit von Dateien umschalten. Spannend, davon hatte ich noch nie gehört. Sonst aber auch niemand. Weil es einfach Quatsch ist. Und genau wie die Block-Allozierung nur zur gewohnten Fehlermeldung geführt hat.

Ich hatte also drei völlig unterschiedliche Erklärungen. Alle plausibel, alle selbstsicher formuliert, alle mit Anwendungsbeispielen, und alle führten nur zu einer Fehlermeldung. Völlig wertlos, also. :-(

Am nächsten Tag habe ich das einem Freund und Kollegen erzählt. Mit einer Prise Sarkasmus, und das hat ihn vermutlich getriggert. Er kennt sich deutlich besser mit LLMs aus als ich, und er hat Abends ChatGPT zur Rede gestellt. Und hatte 20 Minuten später ein umfassendes Dossier.

Er hat erst allgemein nach einer Erklärung gefragt. ChatGPT hatte auch die Info dass das was mit dem Kugelkopf zu tun hat, und hat vorgeschlagen das Binary zu untersuchen. Es hat sich das Festplatten-Image hochladen lassen in dem das Binary enthalten ist, hat das Binary extrahiert und dann in PDP-11 Syntax disassembliert. Den Assembler-Code hat es dann an den verwendeten Kernel gehalten um zu sehen welche Bedeutung das gesetzte Bit hat, und hat dann lesbaren C-Pseudocode generiert:

Das Kommando müsste also als Parameter ein einfaches „e“ oder ein „c“ bekommen, daraufhin die Settings des aktuellen Terminals ändern. Ähnlich wie man das unter Linux mit stty macht. Und richtig genug: wenn man es in der simulierten Maschine so aufruft gibt es keine Fehlermeldung. Heureka!

Testen kann ich die Funktion allerdings nicht, dafür fehlt mir ein mechanisches Terminal — und mehrere Kugelköpfe. :-)

Das LLM hat noch ein paar Hintergrundinformationen gebracht, sogar Bilder von unterschiedlichen Kugelköpfen. Ich muss zugeben: alles was da rausgekommen ist sehe ich als logisch und plausibel an. Ich bin wirklich beeindruckt. Kritisch sehe ich das ganze immer noch, aber aus anderen Gründen. Das Ergebnis überzeugt, fast alles andere an der Technik sehe ich als fragwürdig an.

Das Kommando /bin/chball wird also tatsächlich nach dem Tausch des Kugelkopfes im Teletype gebraucht. Der Parameter e wird vermutlich gebraucht wenn man eine Kugel mit EBCDIC-Zeichensatz einbaut, mit dem Parameter c schaltet man wieder auf Correspondence-Zeichensatz um.

Das Install-Log ist fast 24 Jahre alt.

Vor gut 13 Jahren habe ich einen Abgesang auf meinen ersten Debian-Server geschrieben. In dem Text steht auch dass der eine aufregende Laufbahn hatte, und dass er — ohne Neuinstallation — wirklich viele unterschiedliche Rollen eingenommen hat.

Damals habe ich auf Proxmox VE umgestellt und den alten Server virtualisiert. Der Plan war eigentlich, nach und nach alle restlichen Dienste die er angeboten hat auf andere Systeme auszulagern, und den dann irgendann wirklich zur Ruhe zu betten.

Irgendwie ist es aber dann dabei geblieben. Proxmox hatte ich einige Jahre im Einsatz. Die Fileserver-Tätigkeit meines alten Debian-Systems hat irgendwann ein FreeNAS übernommen, die Firewall ist an eine OPNsense übertragen worden. Als Webserver tat die alte VM aber noch gute Dienste, insbesondere für Anwendungen die ihrerseits lange nicht mehr gepflegt wurden.

Im März 2023 — also zehn Jahre nach der Ankündigung — ging es ihm dann tatsächlich an den Kragen. Meinen Server habe ich auf Basis von TrueNAS komplett neu aufgesetzt, in dem Zuge einige Anwendungen deutlich entschlackt. Die VM habe ich nicht migriert, der Server war Geschichte.

Naja, fast: kürzlich ist mir aufgefallen dass mir eine Funktion tatsächlich fehlte.

Eine der komplett ungepflegten Anwendungen war eine OpenDB, die hatte ich 2010 installiert nachdem ich mir auf dem Sekundärmarkt ziemlich viele DVDs gekauft habe. Die wichtigen Filme habe ich mir auf Platte gezogen, aber in diversen Kisten schlummert hier eine vierstellige Anzahl von originalen (!) DVDs und Blu-Rays. Durch die verschiedenen Streaming-Dienste kommen hier nicht mehr viele neue Filme dazu, aber ab und an überlege ich doch ob ich einen bestimmten Film habe oder doch noch kaufen müsste.

Das ist mir heute so sehr auf den Geist gegangen dass ich an alte Backups rangegangen bin. Im täglichen Einsatz habe ich kein Proxmox mehr, wohl aber für Testzwecke in meiner Cloud an der Schranktür. Die habe ich heute mal angekurbelt, und wider Erwarten konnte ich nicht nur das alte Debian-System wieder herstellen, sondern direkt auch auf die Webanwendung zugreifen. Mit meinem angestaubten PHP-Knowhow und etwas Shell-Kleber konnte ich die relevanten Daten aus der Applikation rausoperieren.

Damit kann ich die VM wieder einstampfen. Die Debian-Installation hat mir dann jetzt fast ein Vierteljahrhundert treue Dienste geleistet. Naja, mit drei Jahren Pause. Und selbst wenn man die Wiederbelebung heute ausser Acht lässt waren es mehr als zwei Jahrzehnte. Beachtlich, wie ich finde. Insbesondere in Anbetracht der lebhaften Vergangenheit, und der Tatsache dass es zwar nicht mein erster Linux-Server war, wohl aber mein erstes Debian-System.

Eine Zeile pro Film.

Oh, meine Filme habe ich übrigens erstmal als CSV rausgeschrieben. Mit etwas Shell habe ich daraus dann Markdown-Dateien generiert. Mit mehr als 1.000 Datensätzen konnte ich dann das Bases-Feature von Obsidian ausprobieren. Das ist für den Zweck keine schlechte Lösung. Alle wichtigen Infos sind jetzt in einem Format das einfach zu handhaben ist, und mit der Handy-App habe ich sogar auf dem Flohmarkt einen Überblick darüber welche DVDs ich doch nicht mehr kaufen sollte. :-)

Mein Artikel zur Smart Message Language ist „viral“ gegangen. Naja, für meine Verhältnisse zumindest. ;-)

Kein anderer Artikel in diesem Blog hat auch nur annähernd so viel Reaktion erzeugt. Die Latte liegt niedrig: das meiste schreibe ich hier eh ins nichts, kommentiert wird nicht. Was aber auch okay ist, hauptsächlich schreibe ich hier ohnehin um später selbst auf Sachen zurückgreifen zu können.

Alt: Arduino mit Netzwerk
Alt: Arduino mit Netzwerk

So brauchte ich kürzlich nochmal die Aufzeichnungen darüber wie ich meinen Stromzähler auslese. Nicht das Protokoll, sondern das Gerät das ich mir dafür gebaut habe. Und dessen Beschreibung ich im oben verlinkten Artikel angekündigt habe.

Tja. Die Beschreibung ist nie erfolgt. Und mittlerweile ist sie obsolet.

Es war ein Arduino Nano, daran hingen eine Platine mit einem Netzwerkanschluss (ENC28J60) und ein Infrarot-Lesekopf den ich seinerzeit irgendwo aus dem Volkszähler-Umfeld gekauft habe. Der Arduino hat auf Basis der Erkenntnisse die wir über SML gelernt haben den Zähler ausgelesen und die Ergebnisse per MQTT veröffentlicht. Alles war hart verdrahtet, sowohl die Hard- als auch die Software. Das Ding konnte nur meinen damaligen Zähler auslesen, und um die eigene IP oder die des MQTT-Brokers zu ändern musste die Firmware neu übersetzt werden.

Nicht elegant, aber es hat fast zehn Jahre funktioniert. Und es hätte noch länger funktioniert, wenn ich nicht mein Netz komplett umgekrempelt hätte.

Die neue Verdrahtung

Den Lesekopf habe ich immer noch, aber der hängt jetzt an einem ESP8266-Modul das ich hier noch rumliegen hatte (Witty Cloud).

Auf dem Controller läuft die Tasmota Firmware, und die bringt alles mit was man sich in diesem Zusammenhang wünschen kann.

Naja, hier ist beschrieben wie man die Firmware mit SML-Funktionalität compiliert. Man trägt nur einen Block in die Datei tasmota/user_config_override.h ein, danach kann man einfach mit Platformio compilieren und flashen. In der Weboberfläche der Firmware kann man dann eine Art Skript hinterlegen (Beispiele unter dem o. g. Link), damit liest das Ding den Zähler aus und schickt die Daten zur Weiterverarbeitung per MQTT.

Die Lösung gefällt mir richtig gut. Kostengünstig, Open Source und sehr flexibel. Wer nicht selbst basteln möchte, oder wer nicht ohnehin einen Lesekopf rumliegen hat, kann sich für kleines Geld ein fertiges Modul kaufen. Man suche dafür auf der Auktionsplattform seines Vertrauens nach dem Begriff „Hichi“.

Seit zwei Wochen spiele ich mit Home Assistant, da gibt es direkt eine Integration für Tasmota. Die hatte ich eh schon aktiviert, weil ich hier zwei ältere WLAN-Schaltsteckdosen habe (Sonoff S20) auf denen damit jetzt die gleiche Firmware läuft wie am Stromzähler. Oh, und das Modul in meiner Wandlampe habe ich auch direkt nochmal ausgetauscht, jetzt kann die auch nicht nur MQTT sondern hat ein schickes Webinterface zur Wahl der Beleuchtung. :-)

Eigentlich wäre mir die Meldung keinen Kommentar wert: Windows-Editor: Details zur Markdown-Sicherheitslücke.

Immer wenn ich von Windows Notepad höre denke ich an die „this app can break“-Nummer, die älteren erinnern sich vielleicht. Gerade habe ich nachgesehen, und mein Kommentar dazu ist fast genau 20 Jahre alt. :-)

Ich hätte nicht damit gerechnet, aber offenbar wird das Programm auch in 2026 immer noch genutzt. Und Microsoft hat die Zeit genutzt um den ursprünglich mal schlank-minimalistischen Editor aufzublasen. Rausgekommen ist neben Markdown-Funktionalität ein CVE-Eintrag der Stufe „High“. Remote Code Execution.

Ich stelle mir mal einen Timer für 2046, bin gespannt wie es dann darum stehen wird… :-)

Mein Proxmox-Cluster am openGrid
Mein Proxmox-Cluster am openGrid

In den letzten Wochen habe ich mich intensiv damit beschäftigt meine Holzwerkstatt auf Vordermann zu bringen. Angelpunkt dabei ist eine French-Cleat-Wand. Das Projekt wurde vor ein paar Tagen unterbrochen weil ich meinen neuen 3D-Drucker bekommen habe — einen Elegoo Centauri Carbon, als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Creality Ender 2 — und der muss jetzt natürlich erstmal bespielt werden.

Ursprünglich wollte ich zwei Schranktüren in meinem Büro auch mit French Cleats ausstatten, um dann mit 3D-Druck-Teilen einiges aufzuhängen. Etwas Werkzeug und… dazu später mehr. :-)

openGrid

Mit perfektem Timing bin ich aber auf ein Projekt aufmerksam geworden das viel besser zu meiner Anwendung passt: openGrid. Der Erfinder erklärt auf YouTube was ihn dazu gebracht hat: Gridfinity ist gut für die Organisation in der Horizontalen, er wollte was für die Wand haben. Da gibt es schon einiges, er hebt aber die folgenden Punkte hervor:

  • gutaussehend
  • kompatibel
  • ressourcensparend
  • open source

Das spricht mich alles sehr an, also bin ich freiwillig in diesen Kaninchenbau gesprungen und habe den Drucker warmlaufen lassen…

Meine Cloud

Die Anschlüsse eines Rechners
Alle Anschlüsse bleiben erreichbar

Mein Werkzeug muss ich immer noch sortieren, aber das andere Projekt ist gerade fertig geworden: ich habe meine „Cloud“ an die Schranktür gehängt. :-D

Was ich Cloud nenne ist im Prinzip nur ein Spiel-Cluster für mein Homelab. Drei alte MacMinis, darauf läuft ein Proxmox-Cluster. Nicht produktiv, und das System wird nur eingeschaltet wenn ich gerade damit spielen möchte. Bislang standen die Rechner in einem Schrank, für die Kabel und gegen die Hitzeentwicklung musste dafür eine Schranktür offen bleiben.

Umsetzung

Erstmal musste natürlich das Gitter gedruckt werden, ich habe mich für die Lite-Variante entschieden. Platz habe ich für ein 13×42-Raster, die Teile habe ich mir generieren lassen. Die Kabelkanäle basieren auf Underware, die konnte ich auch einfach aussuchen und drucken.

Um die schweren Sachen an dem Gitter zu befestigen habe ich aus den verfügbaren Modellen den „openGrid Bare Directional Lite Snap v2“ runtergeladen und mit FreeCAD eine Bohrung nebst Mutter für eine M3-Schraube eingelassen.

Custom-Halterungen für Stromleiste und Kabel
Custom-Halterungen für Stromleiste und Kabel

Die anderen Halterungen waren etwas herausfordernder, aber bis jetzt konnte ich meine Vorstellungen immer in FreeCAD umsetzen. So auch jetzt. Für den Mac-Halter habe ich erstmal einen MacMini modelliert, dann die Halterung und die Verschraubungen darum herum. Das hat so gut funktioniert dass ich das für die Steckdosenleiste direkt nochmal gemacht habe. Damit sah alles schon sehr clean aus, allerdings waren die Stromleitungen der Rechner zu lang — und noch dazu unterschiedlich viel. Dafür habe ich mir dann eine Art Poller gebaut an dem ich die überschüssigen Längen unterbringen konnte.

Als Zugentlastung habe ich dann noch eine Kabelbinder-Halterung direkt in die Schranktür geschraubt. Die hatte ich vor längerer Zeit mal für die Unterseite meines Schreibtisches gebastelt, und direkt im Holz vertraue ich der doch mehr als an dem Gitter.

Fazit

Ich habe nicht Buch geführt um rauszufinden wieviel Filament dafür draufgegangen ist. Mit Blick auf den Füllstand der Rollen würde ich raten dass es 800g sind, eher weniger. Und der Drucker lief einige Stunden für die Nummer.

Hat sich aber gelohnt, finde ich. Die Rechner sind jetzt sehr zugänglich und clean untergebracht, Platz im Schrank ist frei geworden, und ich habe den Drucker und den Orca-Slicer mittlerweile ganz gut kennengelernt.

Eingangs hatte ich ja von zwei Schranktüren geschrieben. Die andere ist neben meinem Elektronik-Arbeitsbereich, da müssen tatsächlich Werkzeuge untergebracht werden. Schraubenzieher, Zangen, Pinzetten und so weiter. Das ist kein Projekt für Heute, aber im Moment denke ich dass auch das wieder auf openGrid basieren wird.

Diesen Artikel habe ich schon vor ziemlich genau zwei Jahren geschrieben, also Anfang März 2023. Ich wollte daraus heute zitieren, da ist mir aufgefallen dass ich den nie veröffentlicht habe. Warum weiß ich ehrlich gesagt nicht, eigentlich fehlten da nur noch die Bilder vom Gerät.

Die Verpeilung hat aber den netten Nebeneffekt dass ich direkt auch meine Langzeit-Erfahrung schildern kann. Ist ja vielleicht auch nicht uninteressant. Die habe ich unten nachgereicht.


Vor Ewigkeiten — das muss bald zwei Jahrzehnte her sein — hat die c’t mal einen Heimserver-Bauvorschlag gemacht den ich teilweise umgesetzt hatte. Auf Basis von Debian und User Mode Linux haben die eine Firewall virtualisiert. So lief dann bei mir ein Endian auf dem Server mit. UML wurde irgendwann durch Xen ersetzt, Endian durch pfSense, Xen durch Proxmox, und schließlich pfSense durch OPNsense. Durchgehend hatte ich also meine Netzwerk-Organisation als virtuelle Maschine auf dem Server mitlaufen.

Das spart Strom, ist aber leider unhandlich wenn man mal am Server arbeiten möchte. Fährt man den Server herunter ist auch das Internet weg. Perspektivisch möchte ich mich vom Server trennen, also musste ein Ersatz her.

Sophos SG105 Rev. 2 mit 19"-Kit
Sophos SG105 Rev. 2 mit 19″-Kit

Standard sind für zu Hause wohl Fritz!Boxen. Darüber habe ich schon viel gutes gehört, aber damit habe ich keine Erfahrung. Mit OPNsense bin ich sehr zufrieden, und für mein WLAN habe ich eine andere Lösung. Ich habe mich etwas umgesehen und mir dann eine Sophos SG105 Rev. 2 zugelegt. Nicht weil das die ultimative Hardware für mich ist, sondern einfach weil ich das Ding günstig bekommen habe. Mit 19″-Zubehör habe ich etwas über 100 Euro bezahlt.

Auf Dauer wird der Stromverbrauch die Anschaffungskosten zweitrangig erscheinen lassen, deshalb habe ich das Ding direkt nach meiner Installation mal an mein Verbrauchsmessgerät gehängt. Während des Bootens wurden bis zu 7,3W angezeigt, später ohne Last Werte um 5,8W. Das ist natürlich deutlich über einem Raspberry. Mein Provider hat seinerzeit die FritzBox 7390 angeboten, für den Nachfolger 7590 setzt AVM 9-10W idle und 30W peak an — erstaunlich, ich wäre davon ausgegangen dass die auch sparsamer sind. Bei Gelegenheit muss ich mit meinem Messgerät vielleicht nochmal einen Nachbarn besuchen…

Im Inneren meiner Sophos-Box steckt im Prinzip ein vollständiger PC. Die CPU wird als „Intel(R) Atom(TM) CPU E3826 @ 1.46GHz (2 cores, 2 threads)“ identifiziert, ich habe 4GB RAM und eine SSD mit 64GB (Transcend SSD370). Neben vier LAN- habe ich zwei USB-Schnittstellen und einen VGA-Port, mehr braucht es nicht.

Auf der Download-Seite habe ich das VGA-Image für amd64-Architektur runtergeladen, entpackt und auf einen Stick geschrieben:

dd bs=4M if=OPNsense-23.1-OpenSSL-vga-amd64.img of=/dev/sda conv=fsync oflag=direct status=progress

Mit angeschlossenem Stick, Tastatur und VGA-Bildschirm hat die Box das dann auch direkt gestartet — und ist nach ein paar Sekunden in einen nichtssagenden Fehler gelaufen:

Stopped at send_kbd_command+0x49: movq %r12,%rdi

Das Internet sagt, man müsste in dem Fall im BIOS eine Anpassung machen: unter Advanced/USB Configuration gibt es einen Punkt „Port 60/64 Emulation“. Der muss disabled werden, dann geht es. Also wie früher beim Booten auf [DEL] hämmern, einstellen, fertig. :-)

Sophos SG105 Rev. 2 von hinten
Sophos SG105 Rev. 2 von hinten

Die restliche Installation verläuft dann wie immer. Ich habe dem LAN-Interface noch eine freie IP-Adresse aus meinem Netz gegeben, die restliche Konfiguration kann ich dann per Webinterface machen. Oder besser: von der alten VM übernehmen. Das werde ich hier nicht beschreiben, dazu gibt es reichlich Informationen online.

Alles in allem kann man sich das Gerät so sehr einfach „zu eigen machen“ und hat eine nette Hardware für den kleinen Geldbeutel. Was da vorher drauf lief weiß ich nicht, das habe ich mir nicht genauer angesehen. Es wird das Sophos Firewall OS gewesen sein. Aber die Installation von OPNsense war geradezu erfreulich langweilig. Intuitiv und aus der Erfahrung mit diversen anderen Geräten hätte ich gedacht dass da wenigstens ein BIOS-Passwort hinterlegt wäre oder sowas. Glücklicherweise nicht, denn so kann man das Ding ohne Probleme noch für Heimzwecke weiternutzen. Anders wäre es unter Umständen ein Fall für den Elektroschrott gewesen…


Langzeit-Erfahrung

Das Ding läuft seit mittlerweile zwei Jahren absolut stabil. Ich habe ein gutes Gefühl bei der Software, und alle Upgrades lassen sich bequem über die Weboberfläche machen. Ich kann ehrlich sagen dass ich das Gerät in der Laufzeit nicht einmal berührt habe, Power-Cycle gab es nur bei dem einen oder anderen Gewitter, wenn auch meinem Server der Saft weggeblieben ist.

Genau so wollte ich das haben. Meine Empfehlung. :-)

Das Projekt ist schon älter, mir war es neu. Da ich auch gerne mit Fototechnik spiele möchte ich das hier verewigen.

Der Image Fulgurator des Künstlers Julius von Bismarck ist praktisch eine umgedrehte analoge Spiegelreflexkamera. Anstelle des Films wird ein Dia oder eine Art Gobo eingelegt, in die Rückwand der Kamera wird ein Blitzgerät integriert. Dazu kommt eine Art Triggerschaltung, die löst den integrierten Blitz aus wenn in der Nähe ein anderer Fotograf mit Blitz fotografiert.

Die Idee ist, dass der Blitz das eingelegte Bild sehr kurz durch das Objektiv der Kamera projiziert. Die Kamera arbeitet also im Prinzip wie ein Diaprojektor der nur für Millisekunden sein Dia zeigt. Und das genau in dem Moment in dem eine andere Kamera ein Bild aufnimmt.

Auf die Weise manipuliert das Gerät praktisch die Aufnahme in der anderen Kamera, und das auf eine Weise die aufgrund der unauffälligen Bauform und der kurzen Projektionszeit kaum zu erkennen sein dürfte.

Beeindruckend (und mutig) ist zum Beispiel was der Künstler in einem Video dokumentiert hat: er ist mit dem Gerät nach Peking geflogen und hat auf dem Platz des himmlischen Friedens eine Taube auf das Gesicht des bekannten Mao-Portraits projiziert. Das Ergebnis erinnert an den surrealistischen Mann mit Melone von René Magritte, dessen Gesicht von einer Taube verdeckt wird.

Ich finde dass das ein grossartiges Projekt ist. Natürlich wird es Leute geben die dadurch ihre eigenen Fotos verunstaltet sehen, aber de facto wird hierbei nichts zerstört. Der eine oder andere Fotograf wird allerdings sehr irritiert sein… :-D

Wir haben vor längerer Zeit Fliesen gelegt. In einem ziemlich verwinkelten Flur, und im Bad.

Zwei Dekore sollten zum Einsatz kommen: ein gemustertes, optisch ähnlich zu klassischen Zementfliesen wie sie hier in der Gegend auf dem Land öfter zu finden sind. Rundum an den Wänden sollten nur weisse Platten zum Einsatz kommen, so dass das Muster optisch im Raum liegt wie ein Teppich.

Flur und Bad sollten dabei getrennt voneinander betrachtet werden, das Bad wäre für sich genommen auch kein Problem gewesen. Allerdings haben wir uns wirklich lange den Kopf zerbrochen wie wir festlegen können wie die Fliesen im Flur plaziert werden sollen. Wie schon erwähnt: der ist verwinkelt und unsymmetrisch. Und aufgrund der Anforderung rundum einen möglichst gleichmässigen weissen Rand zu haben konnten wir nicht einfach in einer Ecke mit einer ganzen Platte anfangen und uns dann vorarbeiten.

Fliesenplan
Fliesenplan

Ich arbeite spiele viel mit FreeCAD, da hätte ich eigentlich wesentlich schneller auf die Idee kommen müssen: schnell eine Zeichnung mit dem genauen Grundriss angefertigt, eine zweite mit einem Karo-Muster das maßstabsgetreu die Fliesen (mit Fuge!) wiedergibt. Ersteres auf Papier, zweiteres auf Folie gedruckt.

Danach konnten wir ohne großen Knoten im Hirn die Folie so schieben dass das Muster später schön mittig im Raum liegt — wie ein Teppich, halt. Und als angenehmen Nebeneffekt konnten wir direkt zählen wie viele Platten wir in welchem Dekor brauchen würden.

Ein Foto vom Flur erspare ich dem Netz, nur soviel: wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Ausdrucke sind mir vorhin beim Aufräumen wieder in die Hände gefallen. Keine Ahnung ob das ein übliches Vorgehen ist, aber die Idee wollte ich dem Internet nicht vorenthalten. :-)

Ursprünglich kommt die Einteilung in ein Raster von „lawful“ bis „chaotic“ und „good“ bis „evil“ aus dem Rollenspiel Dungeons & Dragons, da werden Charaktere nach ihrem „Alignment“ eingeteilt. Internet-Memes teilen alles mögliche in solche Charts ein, von Schrauben bis hin zu Pinguinen.

So auch, wie mir ein Kollege mit Blick auf meinen Schreibtisch sagte, Bildschirm-Setups. Mein Büro-Setup ist da zwar nicht exakt wiedergegeben, kommt aber offenbar „chaotic good“ sehr nah.

Mein Heim-Setup ist irgendwo zwischen „chaotic neutral“ und „chaotic evil“ zu verorten. Links auf dem Tisch das Full-HD-Notebook, in der Mitte ein 4k-Monitor in horizontal, daneben noch ein Full-HD in senkrechter Anordnung. Funktioniert für mich.

Das „chaotic evil“ habe ich mal als Herausforderung gesehen. Vor ein paar Monaten bin ich mal über eine Glosse zum optimalen Bildschirmsetup für Programmierer gestolpert. Die zeigt dass (und wie) es geht. Mit „xrandr –listmonitors“ habe ich rausgefunden dass mein 4k-Bildschirm den klangvollen internen Namen „DP-2-3“ trägt. Und der Rechner in dem Artikel hat mir für eine Drehung um 25° bei einem Versatz von 800 Pixeln folgendes Kommando gegeben:

xrandr --output DP-2-3 --transform 0.90631,-0.42262,0,0.42262,0.90631,-800,0,0,1

Ich glaube ehrlich gesagt nicht dass das auf Dauer meine bevorzugte Konfiguration ist, aber schön dass es so einfach ist:

Bildschirm-Setup, chaotic (very) evil

Ein Knüppel der dem Ausbau regenerativer Energie immer wieder zwischen die Beine geworfen wird ist die Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen. Die eine Seite will den Ausbau, die andere Seite nennt nicht selten die Lautstärke und den Bevölkerungsschutz als Gegenargument. Hier in NRW ist der pauschale Mindestabstand soweit ich weiss gekippt worden, aber einige Parteien und einige Bundesländer halten sich immer noch daran fest.

Ich habe einen Vorschlag wie das geregelt werden kann. Und das gute daran ist: mir ist völlig egal wer die Entscheidung trifft — solange sie nach diesem Schema getroffen wird.

Meine Überlegung ist die folgende: ich wohne auf dem Land. Nicht mal in einem Dorf, tatsächlich in einer Bauernschaft. In dieser Gegend stehen auch eine Menge Windkraftanlagen. Und in der Nähe verläuft eine Autobahn, in diesem Abschnitt ohne Geschwindigkeitsbegrenzung.

Ich habe das gerade mal mit Hilfe von OpenStreetMap gemessen (hier geht das): die nächsten Windkraftanlagen stehen von meinem Haus 1,7km bzw. 2,3km weit weg. Der kürzeste Abstand zur Autobahn ist von hier aus etwa 2,5km. Alle drei Lärmquellen liegen grob in westlicher Richtung, der Wind hat also auf alles in etwa die gleiche Auswirkung.

Es fällt auf dass man die Autobahn praktisch immer hört. Im Moment ist es fast windstill, ich sitze im Wohnzimmer. Das Fenster ist „auf Kipp“. Und ich höre die Autobahn. Tag und Nacht. Bei schönem Wetter immer. Sturm und Regen übertönen den Krach, nur bei Schnee ist wirklich Ruhe. Die Windkraftanlagen sehe ich zwar wenn ich rausgehe. Gehört habe ich die noch nie.

Mein Vorschlag ist folgender

Irgendeine Instanz in der Politik soll sich eine Entfernung ausdenken. Da ist mir egal ob das 300m sind oder 2000m. Das wird dann der Mindestabstand von Windenergieanlagen zu Wohnbebauung.

Die gleiche Entfernung setzen wir für Tempolimits an.

Wenn in dem Abstand von der Autobahn Wohnhäuser stehen gilt da Tempo 100. Punkt.

Wer sich die Zahl ausdenkt ist dann fast egal. Das koennen die Grünen sein, das kann auch die FDP machen. Hauptsache das ist gekoppelt. Klingt fair, oder? :-)

Ganz grundsätzlich

Das ganze schreibe ich übrigens vor dem Hintergrund dass ich der Ansicht bin dass Autobahnen flächendeckend auf 120km/h limitiert werden sollten. Ich bin lange und unvernünftig genug gefahren um zu wissen dass ein Auto darüber deutlich mehr emittiert. Gestank und Lärm. Da mag es Ausnahmen geben, aber das dürfte der Normalfall sein.